Positionieren Sie sich, sonst werden Sie positioniert

Heuer waren wir bei der regelmäßig stattfindenden Konferenz WakeUp – food trend update, veranstaltet von IDM Südtirol*, dabei. Christoph Antretter referierte zum Thema: „Warum eine Positionierung im Unternehmen wichtig ist“.

Warum kaufen wir ganz bestimmte Produkte bzw. Marken? Mit Sicherheit nicht ausschließlich wegen dem funktionalen Produktnutzen – es spielen auch emotionale und symbolische Nutzen eine große Rolle. Kurzum, wir kaufen keine Produkte sondern eine Lebenswelt. Entscheidend für die Kaufentscheidung ist, was wir zu einer Marke für uns persönlich abgespeichert haben, ganz egal ob das objektiv richtig ist. Name, Logo und Erscheinungsbild sind wichtige Bestandteile, aber bei weitem nicht ausreichend. Jeder Berührungspunkt der Marke kommuniziert. Damit überall die gleiche Story erzählt wird, braucht es eine gemeinsame Ausrichtung über alle Kontaktpunkte hinweg.

Unternehmen müssen einerseits Klarheit über ihre eigene Identität schaffen (Wer sind wir? Wer wollen wir sein?) und andererseits festlegen wo ihr Fokus im Markt liegt. Eine Marke ist nicht einfach eine Produktkategorie oder Branche, sondern sollte die eigene Heimat, Herkunft und Philosophie präsentieren. Entscheidend für den Erfolg ist, dass die Positionierung am Markt (gewünschte Kundengruppen, gebotene Nutzen, Differenzierung vom Wettbewerb) stimmig zur eigenen Identität (Wurzeln, Herkunft, Philosophie) ist. Wer zu allem Ja sagt, macht es niemandem Recht. Deshalb braucht es strategische Richtungsentscheidungen. Jede Richtung die eingeschlagen wird, bedeutet gleichzeitig, auf andere Richtungen zu verzichten.

Um zu demonstrieren wie man diese Richtungsentscheidungen in der Praxis erreichen kann, moderierten wir am Nachmittag einen Workshop mit 2 Arbeitsschwerpunkten: (1) Markenidentität und (2) Positionierung. Die Teilnehmer lernten typische Fragestellungen und Methoden – unter anderem unseren Positionierungsprozess – kennen und arbeiteten an einem klaren Profil ihrer eigenen Marke. Die Möglichkeit des Austauschs und der gegenseitigen Inspiration wurde von den Teilnehmern intensiv genutzt und es wurde wieder einmal klar: trotz aller Unterschiedlichkeit der Unternehmen und Marken helfen ein strukturierter Prozess und klare Fragestellungen in jedem Kontext um mehr Klarheit zu gewinnen.

 
 
*IDM Südtirol, entstanden 2016 aus einem Zusammenschluss mehrerer öffentlicher Organisationen, als zentraler Standortentwickler für den Wirtschaftsstandort und die Tourismusdestination Südtirol